Die Pensionslüge

Vor wenigen Tagen ließ der Verein für Konsumenteninformation mit aktuellen
Zahlen zur Lebensversicherung aufhorchen: Demnach legen
Versicherungsgesellschaften in der Regel nur zwischen 70 und 80 % der
eingezahlten Beträge der Versicherten an. Der Rest der eingehobenen
Beiträge fließt in Abschlusskosten, Verwaltungskosten - schließlich müssen
die angelegten Gelder über Jahre verwaltet werden - und Provisionen für
die Versicherungswirtschaft. Die einst so lukrative Alternative zur
staatlichen Pension ist entzaubert.
Eine der Errungenschaften der Nachkriegszeit, um Altersarmut für immer aus
unserem Lande zu verbannen, war die Einführung der umlagefinanzierten
staatlichen Pensionsversicherung. Das System ist einfach: Einbehaltene
Versicherungsbeiträge werden nicht über viele Jahre angelegt, sondern
gleich an Personen im Ruhestand ausbezahlt. Die Kosten dieses Systems
betragen zwischen 1 und 2 Prozent der einbezahlten Versicherungsbeiträge.
Die Beiträge werden von all jenen eingehoben, die aktiv im
Berufs(Arbeits)leben stehen. Durch die gestiegene Produktivität der
Unternehmen werden aber immer weniger Beschäftigte gebraucht, die immer
mehr produzieren können. Die damit steigenden Gewinne sind aber nicht
Sozialversicherungsbeitragspflichtig. Hier liegt die Schwachstelle unseres
Pensionssystems und nicht - wie uns die Wirtschaft glauben machen will -
in der „Überalterung.“