Erst mit 70 in Pension?

GLB-Steiermark protestiert gegen Attacken von Bernd Marin und EU-Kommission

„Bis 70 können nur Experten wie Bernd Marin arbeiten.“ Mit diesen Worten antwortet gibt Kurt Luttenberger, Arbeiterkammerrat des Gewerkschaftlichen Linksblocks (GLB) auf die Aussagen des hochdotierten Mehrzweck-Stimmungsmachers in der Kleinen Zeitung vom Donnerstag. „Wenn er oder die EU-Spitzenbürokraten das wollen, sollen sie es tun können. Aber die Mehrheit der Bevölkerung ist bereits mit 50 oder 55, nach 35, 40, oder 45 Jahren körperlich und psychisch „verbraucht worden“. Das zeigt die hohe Anzahl der Frühpensionen, ebenso aber auch die ständig steigende Zahl der Burnout Erkrankungen. Ganz abgesehen davon, dass es nicht genug Arbeitsplätze gebe. Wenn schon jungen Menschen arbeitslos sind, wer wird dann Ältere beschäftigen?“ fragt Luttenberger.

Solche Vorstöße – auch die EU-Kommission hat dieser Tage gefordert, das Pensionsalter um 7 Jahre hinaufzusetzen – sind nichts anderes ein weiteres riesiges Kürzungsprogramm für zukünftige PensionistInnen. Keine und keiner wird länger arbeiten können und wollen. Das Ergebnis sind höhere Abschläge für jede und jeden Einzelnen“, entschleiert Luttenberger die kalte Enteignung zukünftiger Generationen. Es mache keine einzige sozialstaatliche Leistung für junge Menschen sicherer, wenn man der älteren Generation die Pensionen zusammenstreicht oder Menschen, die sich krank gearbeitet haben, den Zugang zu Pensionen erschwert.

„Die Vertreter der Wirtschaft, Regierung und Medien wollen uns in eine Schockstarre versetzen mit ihrer Forderung nach der Pension mit 70. Wir sollen für die hohen Zinsen an die Banken aufkommen“. Die hohen Staatsschulden in Österreich und anderen europäischen Ländern aber seien die direkte Folge hoher staatlicher Zahlungen an die Banken. „Die sogenannte Bankenkrise wiederum ist unter anderem eine Folge der Spekulation der Reichen mit Finanzprodukten“.

Durch die Reallohnkürzungen der letzten Jahre konnten die Menschen weniger konsumieren. Investitionen in die Reallohnwirtschaft rechneten sich nicht für Vermögende. So investierten sie ihre enormen Gewinne in die Finanzwirtschaft. Die Folge war die Finanz- und dann Bankenkrise. „Jetzt sollen wir zum dritten Mal zahlen: Erst Reallohnkürzungen, dann Kurzarbeit und jetzt Pensionskürzungen. Der Gewerkschaftliche Linksblock lehnt die Schröpfung der Mehrheit ab.
Es gibt genügend Krisengewinnler in der Großkonzernen und der EU. Diese sollen endlich die Kosten der Krise tragen, die sie mit verursacht haben“, so Luttenberger.