Gegen Erpressungstaktik bei Magna

Peter Scherz: "Ein Sozialpartner erpresst den anderen"

"Was ist das für eine Sozialpartnerschaft, wo der eine "Partner" den Andern erpresst", reagiert Peter Scherz aufgebracht zur Forderung, die Magna-Beschäftigten sollen drei Prozent geringeren Lohn erhalten als die Branche. "Die Preise, die immens ständige Inflationssteigerung ist für die Beschäftigten aller Betriebe und aller Branchen gleich hoch", so der ehemalige Arbeiterbetriebsrat bei Magna Steyr. Von den Beschäftigten wird ständig eine höhere Leistung gefordert, aber abgegolten wird sie nie. Jetzt soll auch noch die der eh zu geringe Inflationsausgleich gestrichen werden.
Die Kleine Zeitung berichtet über einen Brief, der kursieren soll. In ihm soll die Auto-Schmiede eine "Sonderbehandlung" beim Lohnabschluss fordern. "Jetzt ist die Katze aus dem Sack, denn das ist die Verbetrieblichung der Kollektivverträge. Das ist die absolute Spaltung.
Wenn Magna einen eigenen - um drei Prozent gekürzten Kollektivlohn zahlt - ist das ein Signal für alle anderen Betriebe und alle anderen Branchen", so der ehemalige Arbeiterkammerrat des Gewerkschaftlichen Linksblocks. "Immer schon haben wir bei den Lohnverhandlungen die Wirtschaftsdaten aller Branchen berücksichtigt, immer schon war der Abschluss ein Kompromiss. Aber was hier geschehen soll, ist die Aufspaltung der gesamten Kollektivvertragslandschaft." Der Verhandlungsführer der Industriellen des größten Fachverbandes Maschinenbau/ Metall hält das "für eine ganz normale Organisationsänderung".
"Ein Scharfmacher", urteilt Scherz, "sie verlangen jetzt drei Prozent, sind nachher mit einem halben Prozent zufrieden, aber die Signalwirkung wäre verheerend, wenn wir das zuließen. Magna ist schließlich nicht irgendwer sondern einer der ganz Großen im Land. Wir vom Gewerkschaftlichen Linksblock werden mit unserer Kraft die Gewerkschaft unterstützen, dass sie diesem Erpressungsversuch nicht nachgibt."