Helfen zu können ist ein schönes Gefühl

Peter Scherz geht in Pension

Er kämpft für die Rechte der Arbeiter und Angestellten. Wenn er seine Meinung sagt, nimmt er sich kein Blatt vor den Mund. Höflich, aber bestimmt, bringt er die Fakten auf den Punkt, würzt seine Kommentare mit einem Spritzer Humor: So kennen wir den Magna-Betriebsrat und Arbeiterkammerrat Peter Scherz.
Kritisch - solidarisch
1966 begann Peter Scherz seine Lehre als Werkzeugmacher bei den Puchwerken. Seither war er ununterbrochen in diesem Betrieb beschäftigt, der im Laufe der Jahrzehnte von der Tochterfirma einer verstaatlichten Bank zu einem Teil des internationalen Magna-Konzerns umgewandelt wurde.
„Du hast Deinen Kopf nicht nur, damit er die Ohren trägt!“ Diese Worte seines Vaters haben Peter Scherz gelehrt, nicht alles kritiklos zu übernehmen.
Er konnte es nicht ertragen, wenn alle auf einen losgingen und machte Solidarität zu seinem Lebensmotto. Früh begann sein politisches Engagement. Als Mitglied der Freien Österreichsichen Jugend und später der KJÖ (kommunistische Jugend) beteiligte er sich gemeinsam mit Ernest Kaltenegger, Max Korp und anderen an Flugblatt- und Plakataktionen. Später trat Scherz der KPÖ bei.
Gerechtigkeit statt Karriere
„Ich wusste gleich, als Kommunist würde ich keine große Karriere machen. Aber schließlich kann ja nicht jeder Vorstandsdirektor werden“, sagt Peter Scherz mit einem Augenzwinkern. „Außerdem gibt es auch noch ein anderes Leben auf diesem Planeten.“
Viel wichtiger als die berufliche Karriere war es Peter Scherz, für die Gerechtigkeit zu kämpfen, und so wurde er 1981 erstmals GLB-Betriebsrat bei Magna - Er ist es bis zur Pensionierung geblieben. „Die Erfahrungen, die ich dabei gemacht habe, würde ich gegen nichts eintauschen wollen. Außerdem ist es ein schönes Gefühl, wenn man helfen kann“, so Scherz.
Seit Jahrzehnten ist Scherz auch als steirischer AK-Rat des GLB eine wichtige Stimme der arbeitenden Menschen in diesem Gremium.
Aufgedeckt
Für Aufsehen im Betrieb sorgten immer wieder seine Kommentare und Berichte im GLB-Betriebsblatt „Der Pucharbeiter“. Da standen eben Dinge, die man seitens der Firmenleitung lieber unter den Teppich gekehrt hätte. „Nicht selten wurde ich zum Vorstand zitiert, aber das wertete ich immer als ein positives Zeichen dafür, dass selbst die Firmenleitung unseren Pucharbeiter aufmerksam gelesen hat“, erzählt Scherz.
Mit Jänner dieses Jahres ist Peter Scherz in den Ruhestand getreten. Mit seinem politischen Engagement und seiner kritischen Stimme wird Scherz jedoch auch in Zukunft präsent sein.