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Kapitalismus zeigt sein wahres Gesicht

Scherz-Gastkommentar in Steirischer Volksstimme

Das vielgepriesene kapitalistische Finanz- und Wirtschaftssystem
zeigt jetzt sein wahres Gesicht. Große Widersprüche tun sich auf:
Auf der einen Seite ist die Wirtschaft mit den realen Werten als Ergebnis
der täglichen Arbeit von Millionen von Menschen, die sich wundern, dass der Wert ihrer „Ware“ Arbeitskraft ständig sinkt: Immer weniger Menschen erzeugen immer mehr Waren und werden dafür immer schlechter entlohnt.
Auf der anderen Seite ist die Finanzwelt mit ihren Spekulanten.
Sie beherrscht das Geschehen. Ein Hilfspaket von 750 Mrd. Euro stellt die EU bereit, um die Finanzkrise in den Griff zu bekommen.
Das Spekulationsvolumen der Finanzwelt wird trotzdem durch keinerlei Reglements daran gehindert, unbegrenzt weiterzufließen und sich unkontrolliert zu vermehren. Es macht mittlerweile geschätzte 3.000 Mrd. Euro pro Tag aus, die für Spekulationsgeschäfte verwendet werden.

Wenn jetzt unterm Strich die Rechnung nicht mehr stimmt, sollen jene, die für ihre Arbeitsleistung ohnehin immer weniger bekommen, dieses Finanzdebakel ausgleichen, indem sie mit Steuererhöhungen,
Sozialabbau und zunehmendem Lohndruck zur Kasse gebeten werden, während die dafür Verantwortlichen ungeschoren davonkommen.
Wie viele Geschichten will man uns eigentlich noch erzählen, bevor man die großen Finanzspekulanten reglementiert und besteuert, damit diese
endlich ihren gerechten Beitrag leisten?
Ihr Peter Scherz

 

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