Kapitalistische Lösungsvorstellungen

Kommentar von Hilde Tragler

In Österreich haben wir mit mehr als 360.000 Personen die höchste Arbeitslosenrate in der Zweiten Republik. Vor allem Jugendliche und Ältere sind besonders betroffen. Es herrscht massiver Lehrstellenmangel einerseits, andererseits gibt es auch für ältere Menschen kaum die vielgerühmten „altersgerechten“ Arbeitsplätze. Nach neuesten Erkenntnissen sind 87 Prozent der Beschäftigten der Meinung, dass Stress und Belastungen am Arbeitsplatz steigen.
Die kapitalfreundlichen Lösungsvorschläge der Politiker verschlimmern die Situation noch anstatt sie zu verbessern. Zum Beispiel: 12-Stunden-Arbeitstag einführen und gleichzeitig über Arbeitszeitkonten die Flexibilität der noch Beschäftigten erhöhen, für die älteren Arbeitslosen das Pensionsalter erhöhen usw.
So ganz nebenbei trägt die Bevölkerung die ganze Last der negativen Wirtschaftsentwicklung über diverse Sparprogramme, die von der Regierung verabschiedet werden. Bei allen Lösungsansätzen geht es in erster Linie um den „Kostenfaktor“ der Ware Arbeitskraft. Alle Behauptungen, dass es hier um Menschen geht, sind reine Märchen.
Gefragt wären stattdessen Beschäftigungsinitiativen, weil alles davon abhängt, dass möglichst viele Menschen in Beschäftigung stehen.  Nur dadurch können alle Probleme nachhaltig bekämpft werden, 
meint Ihre Hilde Tragler
(Betriebsrätin bei Magna-Steyr)