Klassenkampf von oben

AK-Rat Luttenberger zu Vorstößen der Industriellenvereinigung

„Veit-Sorger spricht von Klassenkampf – und er hat Recht“, erläutert Kurt Luttenberger, steirischer AK-Rat und Betriebsrat beim bfi in Graz, die Position des GLB. „Es ist Klassenkampf von oben, wenn der Präsident der Industriellenvereinigung Kürzungen im Gesundheits- und Pensionssystem verlangt, um Staatsausgaben für Banken zu finanzieren.“ Schon heute gebe es kaum Arbeitsplätze für über 50jährige. Allein in der Steiermark gibt es 8900 arbeitslos gemeldete über 50jährige, allen Arbeitslosen zusammen aber stehen aber nur 3850 offene Stellen zur Verfügung. Eine Erhöhung des Pensionsantrittsalters führe automatisch zu eine höheren Zahl von Arbeitslosen, so Luttenberger und somit später zu PensionistInnen mit geringerer Pension.

Kürzungen im Gesundheitssystem seien eine inhumane Forderung, denn sie treffe gerade diejenigen, die als Kranke auf eine gesicherte Versorgung angewiesen seien. “Kürzungen im Gesundheits- und Pensionssystem führen zu teurer Privatversicherung und privaten Eigenleistungen.“

Luttenberger unterstützt die Position von AK und ÖGB. „Wie AK-Präsident Herbert Tumpel bin ich der Meinung, dass wir ansetzen müssen bei jenen, die Privilegien haben, bei den Hauptprofiteuren von Banken- und Konjunkturpaketen, also den Aktionären von Banken, Unternehmungen und Großanlegern, bei denjenigen, die in den vergangenen Jahren reich und immer reicher wurden."

Es gehe um wirklichen Reichtum, das seien nicht die Einkommen, sondern enorme Vermögenswerte, Grund und Boden, Geld, Immobilien. „Die reichsten 10 Prozent der Österreicher besitzen 800 Mrd. Euro. Ein Prozent davon wären 8 Mrd, das entspräche fast der von der Regierung geforderten Kürzungssumme.“

Allein Sorger und seine Mannen werden nicht auf gute Worte hören, meint Luttenberger. „Wir müssen auf die Strasse, um unseren Forderungen Nachdruck zu verleihen. Setzen wir dem Klassenkampf von oben den Druck von der Strasse und aus den Betrieben entgegen.“