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Metaller KV: Löhne erhöhen – Arbeitszeit senken!

29. September 2017: 

Die Nettorealeinkommen in Österreich stagnieren seit Jahren. Die Inflationsrate ist wieder im Steigen und erreichte zuletzt Werte um die 2 %. Nur eine kräftige Lohnerhöhung kann zu einer Stärkung des Konsums im Inland führen.

Die Konjunktur brummt wieder. Die Sachgütererzeugung wächst im heurigen Jahr um 4,8 % und im nächsten um 4 %. Die Stundenproduktivität in der Sachgütererzeugung steigt 2017 um 3,5 %, 2018 um 3,4 %. Der Personalkostenanteil in der Industrie ist nach wie vor niedrig. Die Unternehmen der Metallindustrie können es sich leisten einen Großteil ihrer Gewinne an ihre Aktionäre auszuschütten, da sie diese nicht für Investitionen benötigen. Es ist daher an der Zeit für eine Lohnerhöhung, die deutlich über der Inflation liegt und die den Kolleginnen und Kollegen das abgilt, was sie im letzten Jahr mehr geleistet haben.

Karten auf den Tisch!

2016 schloss die Pro-Ge-Spitze mit durchschnittlich 1,68% ab. Die letzten verfügbaren Zahlen aus dem August zeigen, dass die Inflation im Jahresabstand 2,1 % betragen hat. Die Beschäftigten haben daher heute weniger in der Geldbörse als vor einem Jahr.

Mit dem Start der Herbstlohnrunde hat es die sozialdemokratische Gewerkschaftsspitze um Pro-Ge-Vorsitzenden Kollegen Wimmer diesmal vermieden konkrete Forderungen zur Lohnerhöhung zu stellen. Wir fordern ihn auf, die Karten auf den Tisch zu legen und diesmal für eine echte Lohnerhöhung zu kämpfen. Nur gemeinsam durch den Druck aller Kolleginnen und Kollegen kann das gelingen. Verhandlungen im stillen Kämmerlein sind dabei kontraproduktiv.

Arbeitszeitverkürzung

Neben der Lohnfrage spielt allerdings auch die Frage der Arbeitszeit eine entscheidende Rolle. Und hier hat die Sozialdemokratie wieder einmal bereits zu Verhandlungsbeginn versagt. Das Thema Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohn- und Personalausgleich wird wieder keine Rolle spielen.

Der GLB steht zur Arbeitszeitverkürzung. Als erster Schritt dazu soll die Arbeitszeit im Rahmen der Metaller-KV-Verhandlungen auf 35-Stunden pro Woche gesenkt werden. Eine Forderung, die übrigens schon vor Jahrzehnten vom ÖGB beschlossen, aber nie umgesetzt wurde. Hier wird eindeutig Verrat an den eigenen Beschlüssen getrieben, wenn diese Forderung nicht einmal mehr zu Verhandlungsbeginn erhoben wird.

Sechste Urlaubswoche

Auch beim Thema Urlaub muss in den KV-Verhandlungen nachgebessert werden. Da immer weniger Arbeiter durchgängig in einem Betrieb beschäftigt sind und nur fünf Jahre Vordienstzeit aus einem anderen Betrieb angerechnet werden, erreichen nur mehr Wenige die für die sechste Urlaubswoche notwendigen 25 Dienstjahre.

Hier wieder die Freizeitoption statt der sechsten Urlaubswoche ins Spiel zu bringen ist ein schlechter Witz. Denn diese bedeutet einen gänzlichen Verzicht auf die Lohnerhöhung, der noch dazu die Löhne auch in den Folgejahren nachhaltig absenkt. Der GLB lehnt daher die Freizeitoption ab. Wir fordern eine echte sechste, also vom Unternehmen bezahlte, Urlaubswoche für Alle. Durch die in den letzten Jahrzehnten stark gestiegene Produktivität wäre dies leicht möglich.

 

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Lebensqualität darf kein Privileg der Reichen sein!

Dafür steht der GLB:

  • 35-Stunden Woche
    bei vollem Lohnausgleich
  • Recht auf Arbeit für alle
    Löhne und Gehälter von denen man leben kann
  • Privatisierungsstopp
    Betriebe in öffentlicher Hand sichern Arbeitsplätze
  • Genügend Lehrplätze für die Jugend
    Und 500 Euro Mindest-Lehrlingsentschädigung
  • Pensionsantrittsalter 55/60 für alle
    Frauen 55 Jahre, Männer 60 Jahre