Metaller KV: Löhne erhöhen – Arbeitszeit senken!

Die Nettorealeinkommen in Österreich halten seit Jahren nicht mit der gestiegenen Produktivität mit. Im Gegenteil sie sind nach jahrelangem Sinkflug nur durch die Einmaleffekte der Steuerreform im heurigen Jahr gestiegen.

Die Konjunktur zieht wieder an und die Unternehmen der Metallindustrie können es sich leisten einen Großteil ihrer Gewinne an ihre Aktionäre auszuschütten, da sie diese nicht für Investitionen benötigen. Der Personalkostenanteil in der Industrie ist seit Jahren niedrig. Gleichzeitig sank die Inflation verglichen zu den Vorjahren.

Der Pro-Ge Vorsitzende Kollege Wimmer hat also recht, wenn er meint, dass es in der Metallindustrie steigende Produktivität, steigende Gewinne und steigende Dividendenausschüttungen gibt. Eine Lohnerhöhung von 3 %, wie sie die Gewerkschaft nun fordert, ist daher mehr als gerechtfertigt. Dies bedeutet beim derzeitigen Mindestlohn der Metaller netto ohnehin nur 2,4 % plus. Die für die Verhandlung zu berücksichtigende Inflationsrate beträgt 0,7 %.

Der GLB unterstützt die Forderung nach 3 % Lohnerhöhung, allerdings muss diese, wenn notwendig, auch mit Kampfmaßnahmen durchgesetzt werden. Am Ende der Verhandlungen darf nicht wieder ein kampfloses Einknicken der sozialdemokratischen Gewerkschaftsspitze und ein Nettoreallohnverlust für die arbeitenden Menschen stehen. Die FSG wird also an ihren Taten und nicht an den Worten bei der Forderungsübergabe zu messen sein.

Neben der Lohnfrage spielt allerdings auch die Frage der Arbeitszeit eine entscheidende Rolle. Und hier hat die Sozialdemokratie bereits zu Verhandlungsbeginn versagt. Offen bekundet man, dass die Frage der Arbeitszeit keine Rolle spielen wird.

Der GLB steht zur Arbeitszeitverkürzung. Als erster Schritt dazu soll die Arbeitszeit im Rahmen der Metaller KV Verhandlungen auf 35 Stunden pro Woche gesenkt werden. Eine Forderung, die übrigens schon vor Jahrzehnten vom ÖGB beschlossen, aber nie umgesetzt wurde. Hier wird eindeutig Verrat an den eigenen Beschlüssen getrieben, wenn diese Forderung nicht einmal mehr zu Verhandlungsbeginn erhoben wird.

Auch beim Thema Urlaub muss in den KV-Verhandlungen nachgebessert werden. Da immer weniger Arbeiter durchgängig in einem Betrieb beschäftigt sind und nur fünf Jahre Vordienstzeit aus einem anderen Betrieb angerechnet werden, erreichen nur mehr wenige die für die sechste Urlaubswoche notwendigen 25 Dienstjahre.

Hier die Freizeitoption statt der sechsten Urlaubswoche ins Spiel zu bringen ist ein schlechter Witz. Denn diese bedeutet einen gänzlichen Verzicht auf die Lohnerhöhung, der noch dazu die Löhne auch in den Folgejahren nachhaltig absenkt. Aus der 3 % Forderung der ProGE Spitze würde für die KollegInnen, die diese Freizeitoption in Anspruch nehmen, somit eine Nulllohnrunde.

Der GLB lehnt daher die Freizeitoption ab. Wir fordern eine echte sechste, also vom Unternehmen bezahlte, Urlaubswoche für Alle. Durch die in den letzten Jahrzehnten stark gestiegene Produktivität wäre dies leicht möglich.