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Metaller-KV

GLB-ProGe Vorsitzende Hilde Tragler zu den Abschlüssen in der Metallindustrie

15. November 2016: 

"Wir haben eine steigende Produktivität, steigende Gewinne und steigende Dividenden" erklärte der ProGe Vorsitzende Rainer Wimmer vor Beginn der KV-Verhandlungen und begründete damit die Forderung nach einer dreiprozentigen Lohnerhöhung.

Die unteren Einkommen sollten laut seiner Aussage noch etwas mehr bekommen. Zwischenzeitlich wurden mindestens 75 Euro gefordert.

Angesichts der enormen Gewinnausschüttungen der vergangenen Jahre, der massiv gestiegenen Produktivität und der jahrelangen Lohnzurückhaltung wäre ein Abschluss in dieser Höhe mehr als gerechtfertigt gewesen.

In den, von den Sozialdemokraten abgeschlossenen, Kollektivverträgen ist davon jedoch nichts mehr zu bemerken. Ohne Kampfmaßnahmen ist die FSG Spitze wieder einmal eingeknickt. Ich habe daher im Verhandlungsteam der Fahrzeugindustrie, dem ich angehöre, auch gegen den Abschluss gestimmt und werde im ProGe Bundesvorstand gegen alle Metaller Abschlüsse stimmen.

Der Abschluss in den sechs Fachverbänden sieht folgendes vor:
Lohn-/Gehaltsgruppe A: 2 %
Lohn-/Gehaltsgruppen B, C, D, E, F: 1,75 %
Lohn-/Gehaltsgruppen G, H: 1,5 %
Lohn-/Gehaltsgruppen I, J, K: 1,2 %

Ein Mindestbetrag wurde nicht vereinbart. Auch Arbeiter die brutto weniger als 2000 Euro verdienen, erhalten in Gehaltsgruppe B und C beispielsweise nur 1,75 % Lohnerhöhung. Lediglich in Lohngruppe A, in der nahezu niemand eingestuft ist, wurden zwei Prozent vereinbart. Insgesamt kommen die Unternehmen beim vorliegenden Abschluss daher sehr günstig davon.

Eine Reallohnerhöhung sieht anders aus. Bei einem Einkommen von 2000 Euro bleiben (bei 1,75 % Lohnerhöhung) durch die Kalte Progression netto gerade einmal 1,33 %. Die Inflationsrate soll im nächsten Jahr übrigens 1,7 % betragen.

Mit dem vorliegenden Abschluss wurden weder die Leistungssteigerungen der Kolleginnen und Kollegen noch der Verlust von Überstundenzuschlägen, durch die (schon vorab abgeschlossene) „erweiterte Bandbreite neu“, abgegolten.

Die im Bereich Bergbau-Stahl und in der Fahrrzeugindustrie abgeschlossene Freizeitoption ist - entgegen den Behauptungen der ProGe Spitze - kein zusätzlicher Urlaub. Urlaubstage sind Entgelttage und damit im Gegensatz zur Freizeitoption vom Unternehmen zu bezahlen.

Auch wenn das Negative bei Weitem überwiegt, möchte ich euch die in meinen Augen positiven Punkte nicht vorenthalten. Einerseits wurde die gänzliche Vergütung der Lehrlingsfahrtkosten zum Berufsschulinternat vereinbart und andererseits werden Karenzzeiten für dienstzeitabhängige Ansprüche in Zukunft voll angerechnet. Dies kann jedoch kein Ersatz für eine angemessene Lohnerhöhung sein.

 

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