„Metaller-Lohnerhöhung“ wieder unter der Inflation

Ein Kommentar von Uwe Süss

Die heurige Lohnerhöhung blieb wieder hinter der Inflation zurück. Ist- und KV-Löhne steigen um 2,1 Prozent, die Zulagen um 1,7 Prozent.

Wohlgemerkt brutto. Netto schrumpft die sogenannte „Erhöhung“ auf etwas über 1 Prozent. Und das bei einer angeblichen Inflation von 1,7 Prozent. Dabei wissen wir alle, dass der Preisauftrieb bei den Gütern des täglichen Bedarfs und vor allem bei den Wohnkosten deutlich höher ist. In diesem Zusammenhang von einem gelungenen Abschluss zu sprechen, wie die FSG Mehrheit in einem Aushang im Werk Donawitz behauptet, grenzt an Realitätsverlust. Wieder ein Abschluss der netto unter der Inflationsrate liegt. So geht es uns Arbeitern seit Jahren.

Gleichzeitig schreiben die Konzerne satte Gewinne. Unmittelbar nach Abschluss der Verhandlungen hat beispielsweise die Andritz AG über ein „Bomben“-Ergebnis berichtet.

Ich frage mich: Das haben unsere hochbezahlten Spitzengewerkschafter vorher nicht gewusst? Und wie schaut es bei der voestalpine aus? Der Gewinn nach Steuern stieg um 35,9 Prozent auf 324 Millionen Euro. Wenn das durch zwei Firmenverkäufe auch nur ein Einmaleffekt gewesen sein mag, hätte Wolfgang Eder auch ohne diese Verkäufe eine Gewinnsteigerung von 17,7 Prozent vermelden können! Die Dividende steigt von 90 Cent auf 95 Cent je Aktie.

Offenbar glauben die Unternehmervertreter mit uns Arbeitern alles machen zu können. In dieses Bild passt auch die Unternehmeraussage, die europäische Inflation betrage ohnehin nur 0,5 Prozent. Die Gewerkschaftsspitze ist auf diese Propaganda offenbar hineingefallen!

voestalpine-Betriebsrat und Arbeiterkammerrat Uwe Süss