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Nein zur Abschaffung der Überstundenzuschläge!

14. Februar 2017: 

Bundeskanzler Kern hat ihn in seinem Plan A gefordert, die österreichische Bundesregierung in ihrem Arbeitsprogramm übernommen und Wirtschaftskammer sowie Industriellenvereinigung scheinen damit wunschlos glücklich zu sein.

Der 12-Stunden Arbeitstag soll nun endlich kommen. 10 Stunden Arbeit pro Tag sollen zur Norm werden, 12 Stunden maximal erlaubt sein und 60 Stunden die Höchstarbeitszeit pro Woche bilden. Das alles soll mit einem Durchrechnungszeitraum von zwei Jahren versehen werden, innerhalb dessen sich Mehrarbeit und Minusstunden ausgleichen werden. Überstundenzuschläge sollen somit de facto abgeschafft werden.

Wirtschaftskammerpräsident Leitl jammert darüber, dass Betriebe derzeit nicht in der Lage seien, Aufträge abzuarbeiten, weil der 12-Stundenarbeitstag noch nicht die Regel ist. Offensichtlich kommt ihm nicht in den Sinn, dass es in unserem Land ungefähr eine halbe Million Menschen gibt, die arbeitslos sind und zusätzliche Arbeitsplätze daher dringend notwendig wären.

Wenn es also tatsächlich so wäre, dass Unternehmen gewinnbringende Aufträge nicht durchführen, weil sie Überstundenzuschläge nicht bezahlen oder kein zusätzliches Personal einstellen wollen, dann sollte Präsident Leitl sich um die Rechenschwäche dieser Manager kümmern, anstatt den Arbeitnehmern Lohnkürzungen verordnen zu wollen.

Ulrike Famira-Mühlberger vom WIFO bringt es mit ihrer Aussage im Ö1 Mittagsjournal auf den Punkt: „Ich denke, dass es hier definitiv um eine Arbeitskostendiskussion geht.“ Wirtschaftskammer, Industriellenvereinigung und die Kern-SPÖ versuchen mit dieser Maßnahme in Wahrheit unsere Löhne und Gehälter zu senken.

Der ebenfalls der SPÖ angehörende Arbeiterkammerpräsident Kaske geht davon aus, dass es sich um Lohnkürzungen im Umfang von 1,5 Milliarden Euro pro Jahr handelt. Während jeder Arbeitnehmer im Schnitt mehr als 400 Euro pro Jahr verlieren würde, steigt die Arbeitsbelastung enorm an. Leitl stellte etwa auch die verpflichtende Pause nach sechs Stunden Arbeit in Frage. Und noch ein Problem verschlimmert sich. Beruf und Familie lassen sich wohl kaum mehr miteinander vereinbaren, wenn auf Befehl der Unternehmensführung zwölf Stunden gearbeitet werden muss.

Es bleibt zu hoffen, dass sich die SPÖ dominierte Gewerkschafts-und Arbeiterkammerspitze in dieser Frage zur Wehr setzen und nicht gegen den eigenen Bundeskanzler, der hier im Verbund mit Industriellenvereinigung und Wirtschaftskammer agiert, einknicken wird. Faule Kompromisse wie ein Abtausch gegen eine sechste Urlaubswoche, oder gegen die Einführung eines dürftigen Mindestlohnes, kommen aus Sicht des GLB jedenfalls nicht in Frage.

 

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