Personalabbau: "Einvernehmliche" hat viele Tücken

GLB-Aichfeld warnt vor Unternehmertricks

In Zeiten wie diesen wird vielen Dienstnehmern die einvernehmliche Auflösung des Dienstverhältnisses angeboten. Personalchefs und Geschäftsführungen machen Betroffenen die Unterschrift schmackhaft, damit sie das Image des Unternehmens nicht beschädigen und keine Kündigungen aussprechen „müssen“. Mit dieser Methode versuchen Unternehmen, den Mitarbeiterstand still und leise zu reduzieren, damit Manager ihre Gagen und Aktionäre ihre Dividenden weiter in gewohnter Höhe beziehen. Damit werden die Lasten der Krise auf dem Rücken der Arbeiter und Angestellten ausgetragen.
Wir können allen Betroffenen nur raten, ihren Arbeitsplatz nicht leichtfertig herzugeben. Denn mit einer Unterschrift unter die einvernehmliche Dienstauflösung gibt es kein Zurück! Wir empfehlen daher: Kein Gespräch über eine einvernehmliche Dienstauflösung ohne ein Mitglied des Betriebsrates oder eine Person des Vertrauens! Vor der Unterschriftsleistung sollte unbedingt Bedenkzeit verlangt werden, um die Rechtsexperten der Arbeiterkammer konsultieren zu können.
Es sollte unbedingt geprüft werden, ob das Angebot der Firma zumindest die Ansprüche aus einer normalen Kündigung seitens des Dienstgebers abdeckt.

Zu bedenken ist nämlich, dass im Falle einer Kündigung durch den Arbeitgeber die folgenden Ansprüche bestehen:

• die Einhaltung der Kündigungsfrist (je nach Dienstjahren)
• der aliquote Anteil am Urlaubs- und Weihnachtsgeld
• die Abfertigung alt (je nach Dienstzeit)
• eventuelle Gehaltssprünge während der Kündigungsfrist
• Abgeltung des Urlaubsüberhanges sowie der Zeitguthaben
• die Freistellung eines Arbeitstages pro Woche zur Arbeitssuche während der Kündigungszeit

Wir wünschen uns, dass alle Belegschaftsvertreter, vor allem die Betriebsratsvorsitzenden, aber auch Gewerkschaft und Arbeiterkammer sich dem Thema annehmen und voll auf der Seite der Kolleginnen und Kollegen stehen.