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"Radikales Weltbild"

Gastkommentar von Peter Scherz in der Steirischen Volksstimme

Wir müssen in Österreich mutig sein und über radikal Neues nachdenken", sagte Magna-Chef Siegfried Wolf vor einigen Monaten in einem Interview im Wirtschaftsmagazin „trend" auf die Frage, wie die Gesellschaft künftig mit schlechter Gebildeten und schwer Vermittelbaren umgehen sollte.

Natürlich: aus der Sicht der Manager ist die Welt ganz einfach: All diejenigen, die ungebildet und schwer vermittelbar sind (wer das ist, bestimmt ohnehin die Wirtschaft), übergeben wir der öffentlichen Hand. Um die soll sich die Gesellschaft, der Staat kümmern. Denn Manager sind scheinbar ja nur für Gewinne zuständig. Die Gesellschaft geht sie nichts an.

Interessant ist nur: Wenn es trotz kapitalistischen Denkens nicht so läuft, wie man sich das vorstellt, muss für die Wirtschafts- und Finanzwelt der Staat geradestehen und die Haftungen übernehmen.

Die Finanzwelt, die Konzernherrn und ihre Manager leben nach wie vor gut und verdienen gut. Wir aber sollen dieses „Weltbild" un-geschaut akzeptieren und uns nichts dabei denken? Abgesehen davon: Wären alle hoch gebildet, studierte Manager oder Diplomingenieure: Wer macht die tägliche Arbeit an der Fertigungslinie, wer räumt auf, wer verkauft die Produkte?

Von Peter Scherz, GLB-Arbeiterkammerrat Steiermark

Quelle: Steirische Volksstimme, Ausgabe 7, August 2010

 

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