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Roche Diagnostics: Konzern zeigt Beschäftigten die lange Nase

Peter Scherz protestiert gegen Schließung des Standorts Graz

"Ein multinationaler Pharmakonzern zeigt seinen Beschäftigten, der Stadt Graz und dem Land Steiermark die lange Nase und beweist, dass in diesen Kreisen nur der Höchstprofit zählt: Es geht denen nicht darum, dass die Menschen eine sichere Arbeit haben." Das sagte der steirische GLB-Arbeiterkammerrat Peter Scherz am Mittwoch zum Beschluss der Spitze des Pharmakonzernes Roche, den Standort von Roche Diagnostics in Graz zu schließen und die Forschung auf diesem Gebiet in der Schweiz zu konzentrieren.

Dabei ist der Standort von Roche in Graz (Kratkystraße 2) derzeit mit 400 Beschäftigten das Forschungs-, Entwicklungs- und Produktionszentrum für Blutgas-, Elektrolyt- und Metabolit-Analysesysteme für Roche Diagnostics weltweit.

Diese Systeme werden zum Beispiel in Spitälern für die Messung von Vitalparametern aus Vollblut eingesetzt. Die in Graz aufgelassene Produktion soll im Standort Rotkreuz im Schweizer Kanton Zug konzentriert werden, der für besonders niedrige Steuern und als Paradies für Briefkastenfirmen bekannt ist

Scherz: "Noch am Dienstag wurden im Betrieb in Graz die Leistungen der Beschäftigten von der Betriebsleitung ausdrücklich gelobt. Für die Division Diagnostics erwartet Roche nach eigener Aussage ein deutlich über dem Markt liegendes Wachstum. Roche strebt zudem eine zweistellige Steigerung des Kerngewinns an, wie es in der Aussendung über die Streichung von Standorten heisst."

Peter Scherz: "Roche Diagnostics in Graz ist in den vergangenen Jahren von Stadt und Land mit Steuermitteln gefördert worden. Das soll jetzt alles nichts mehr gelten. Im finanzmarktgetriebenen Kapitalismus hat die Rendite Vorrang vor dem Schicksal hochqualifizierter Arbeiter und Angestellter. "

Das beweist auch folgende Meldung des Schweizer Informationsdienstes Cash: Konzernchef Severin Schwan will mit dem drastischen Abbau von Arbeitsplätzen auch auf den Kursverlauf des Genussscheins (GS) von Roche in diesem Jahr reagieren. Der Genussschein verlor 19 Prozent und liegt damit an drittletzter Stelle aller 20 Titel im Swiss Market Index (SMI). Die Aktie des Lokalkonkurrenten Novartis verlor 2010 nur 2 Prozent.

Der GLB verlangt vom Konzern die Rückzahlung der gewährten Förderungsmittel an die Stadt Graz und das Land Steiermark..

 

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