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Schleckers kaufen sich nach Insolvenz Immobilien - Beschäftigte zittern um Arbeitsplatz

AK-Rat Kurt Luttenberger zu Gewinnern und Verlierern der Schlecker-Insolvenz

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Mitglieder der Familie Schlecker (MBA Lars Schlecker, 42, und Meike Schlecker, 39) beide Mitglieder der Geschäftsführung des ehemaligen Schleckerkonzerns, kauften nach der Insolvenz von Schlecker Deutschland am 29. Februar 2012 zwei Grundstücke, so Die Presse. Es handele sich um die Schlecker-Logistikcenter in Pöchlarn sowie im steirischen Gröbming. Schon am 17. Jänner sollen sie außerdem die Österreich-Zentrale in Pucking (OÖ) übernommen haben.
"Während sich Schleckers in der Krise Immobilien sichern können, zittern die ehemaligen und Noch-Beschäftigten in Perspektivlosigkeit", so GLB Arbeiterkammerrat Kurt Luttenberger. 15161 Schleckerbeschäftigte mussten sich in Deutschland arbeitslos melden, erst ca. 3000 konnten bis Mitte Juli wieder vermittelt werden. In welche Jobs, wurde nicht erhoben.

Jetzt wurden alle 1350 Schlecker-Standorte in Österreich, Italien, Polen, Belgien und Luxemburg von der österreichischen Restrukturierungsgesellschaft TAP 09 gekauft, ein Private Equity-Fonds, der 2009 von Rudolf Haberleitner gegründet wurde. Auf der Webseite verspricht das Unternehmen: "Die Renditeerwartung für den Investor beträgt > 20 % p.a. inkl. einer laufenden Verzinsung in der Höhe von 3 Monats-Euribor + 300 BP."

"Wer soll diese Rendite erbringen?", fragt Luttenberger. Bereits jetzt habe TAP 09 angekündigt, dass 400 der 5000 Arbeitsplätze in den 5 Ländern vernichtet werden sollen. Am Tag vor dem Kauf wurden alle Vermieter "gebeten", die Mietzahlungen für sechs Monate auszusetzen oder eine Absenkung der Miete um 20 Prozent zu akzeptieren. Was das für die im Augenblick verbleibenden 3000 Beschäftigten von Schlecker in Österreich bedeutet, kann man nur befürchten.

Die Drogeriemarktkette soll unter dem Namen "daily" zu einer Nahversorgungskette umgebaut werden. Handelsprofessor Peter Schnedlitz, Vorstand des Instituts für Handel und Marketing dazu: "Insgesamt gibt es im Drogeriemarktbereich in Österreich, wo die Gewinnspannen geringer sind als in anderen Handelsbereichen, aber kein Wachstum, sondern einen Verdrängungswettbewerb."

"Mit andern Worten wird das wohl heißen, dass entweder die Schlecker-Beschäftigten zu viel sind, oder die Beschäftigten der Konkurrenz Unternehmen. Wenn Überkapazitäten im Handel aufgebaut werden, die Menschen weniger Geld zur Verfügung haben, weil Reallohn und Realpensionen sinken, die Arbeitslosigkeit zunimmt, spüren das die Handelskonzerne. Die VerliererInnen sind aber nicht die Besitzer der Konzerne, wie man an Schlecker sieht, sondern die Beschäftigten. Höhere Reallöhne und Arbeitzeitverkürzung könnten Auswege sein", so Luttenberger.
 

 

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