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Vom Wert der Gesundheit

Grazer Stadtblatt - Gastkommentar von Peter Scherz

Vom Wert der Gesundheit

Viel geredet wird seitens der Wirtschaft darüber, wie wichtig ihr doch die Menschen seien. Besonders die Gesundheit der Mitarbeiter ist den Firmen laut eigenen Angaben sehr viel wert.

Die Realität schaut allerdings anders aus: Muss ein Arbeiter oder Angestellter zum Arzt gehen, bekommt er meist zu hören: „Können Sie das nicht in Ihrer Freizeit machen?“
Viele Beschäftigte getrauen sich nicht, die an sich gesetzlich klar geregelte Pflegefreistellung zu beantragen – denn oft drohen Schikanen oder gar Arbeitsplatzverlust.

Gesundheitsbewusst gibt man sich auch bei Magna: Den Beschäftigten wurden Broschüren zum Thema gesunde Ernährung übermittelt. Man stellt ihnen sogar Gasteiner Quellwasser zur Verfügung. Wer allerdings am Band arbeitet, hat oft das Pech, dass der Weg zum Wasserspender viel zu weit ist als dass er das Angebot während der Arbeit nützen könnte. Selbst ein Getränk zum Arbeitsplatz mitzunehmen, ist aber auch verboten. Es könnten ja irgendwelche Flüssigkeiten auf die Werkstücke gelangen.
Die ‚Gesundheit’ des Produktes muss bis ins Detail abgesichert werden. Sie hat eben Priorität vor jener der Beschäftigten.

Wer „Gesundheit ist wichtig“ plakatiert, sollte in der Praxis auch danach handeln. Alles andere ist Doppelmoral,

meint Ihr
Peter Scherz
AK-Rat

 

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