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Zielpunkt: "Das ist Kapitalismus pur!"

Kurt Luttenberger fordert auf, Gehälter der MitarbeiterInnen zu bevorschussen

Die „Bereinigungen“ im Handel gehen weiter. Die Insolvenz von Zielpunkt zeigt wie Kapitalismus a´ la Pfeiffer-Großhandel in der Praxis funktioniert. 229 Supermärkte in Österreich, davon 28 in der Steiermark (davon wiederum in Graz und GU rd. 12 Filialen). Etwa 2.700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden urplötzlich vor Weihnachten ins „soziale Nichts“ gekündigt. Kein Sozialplan, keine Arbeitsstiftung, kein Novembergehalt, kein Weihnachtsgeld, kein aliquotes Urlaubsgeld usw. Zahlen wird großteils die öffentliche Hand (Stichwort: Insolvenzausgleichsfond) frei nach dem altbekannten Motto „Verluste werden sozialisiert – Gewinne privatisiert“. Offenbar von diesem Vorgehen völlig überrumpelt wurden der Zielpunkt Betriebsrat und die Gewerkschaft GPA-djp.

Für den Grazer KPÖ Gemeinderat und AK-Rat Kurt Luttenberger lichten sich die Nebel: „Die Inhaber, Firma Pfeiffer Großhandel, stellen nach der Insolvenz von Zielpunkt und dem Abtreten der sozialen Verantwortung an den Steuerzahler ihren Großhandel neu auf und dies geht so: Beträchtliche Teile der ehemaligen Zielpunktgrundstücke wurden schon aufgekauft. Etliche der Filialen sollen anschließend „rückgekauft“ werden und unter neuer Bezeichnung (z. B. „Nah & Frisch“ usw.) reaktiviert werden. Ein Teil der betroffenen MitarbeiterInnen würde eventuell übernommen – aber zu welchen Bedingungen?“

Luttenberger: „Auch bei uns in Österreich, wo letzten Endes Kapital, Unternehmen und Spekulanten tun und lassen können was sie wollen, werden die Sozialpartner, konkret AK und ÖGB, nach Belieben ausgetrickst. Eine konkrete Forderung um den betroffenen rd. 100 steirischen Kolleginnen und Kollegen von Zielpunkt ein völlig finsteres Weihnachten zu ersparen? Das Land Steiermark soll für die betroffenen MitarbeiterInnen das ausstehende Novembergehalt inkl. Weihnachtsgeld bevorschussen und sich dann diese Summe vom Insolvenzausgleichsfond einbehalten."

 

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